Winterdienst und Streusalz

 

In Deutschland werden jedes Jahr im Durchschnitt 1,5 Millionen Tonnen Streusalz (NaCl) ausgebracht. Während enorme Mengen für die Hauptverkehrsadern, wie Autobahnen, benötigt werden, müssen auch Städte und Gemeinden große Mengen an Auftausalz beschaffen, um ihren Winterdienst nachzukommen. Laichingen weist aufgrund seiner Höhenlage oft monatelang winterliche Straßenverhältnisse auf, die einen aufwendigen Winterdienst erforderlich machen.

 

Auswirkungen von Streusalz

 

Die ungeheuren Salzfrachten haben vielfältige gravierende Auswirkungen. Ein Teil des ausgebrachten Salzes wird von den Fahrzeugen als Schmelzwasser in den Straßenrandbereich befördert. Dort gelangt es entweder ins Grundwasser oder in die Kanalisation. Ein anderer Teil wird – im innerstädtischen Bereich bis zu 15 % - aufgewirbelt und legt sich in Form von Salz-Aerosolen im Straßenrandbereich ab. Dabei kommt es in Form von direkten bzw. Kontaktschäden zu Verätzungen von oberirdischen Pflanzenteilen mit typischen Schäden wie verspätetem Austrieb im Frühjahr oder Nekrosen an den Blatträndern. In indirekter Form werden Pflanzen durch die Verschlämmung des Bodens geschädigt, weil Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können. Untersuchungen des Umweltbundesamtes haben gezeigt, dass erst nach mehrjährigem Verzicht auf Streusalz die Schadsymptome und die Chlorid- und Natriumkonzentrationen in Blättern und Zweigholz abnahmen.

Neben den Auswirkungen auf die Umwelt fallen auch die ökonomischen Schäden ins Gewicht, wie Korrosionsschäden an Betonbauteilen, Stahlträgern und Kfz-Karosserien.

 

Der BUND Laichingen fordert entsprechend den Empfehlungen der einschlägigen Studien, auf  Nebenstraßen lediglich mechanisch zu räumen und auf Streusalz zu verzichten. Der Einsatz von Streumitteln sollte sich auf die Außerortsstraßen und stark befahrene Straßen im Ort sowie Gefahrenstellen (starke Steigungen, verkehrsreiche Kreuzungen, Engstellen, Fußgängerüberwege) beschränken.

 

Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass in Nebenstraßen, wo nur geräumt, aber nicht gestreut wird, die Unfälle unter dem Durchschnitt liegen, weil die Verkehrsteilnehmer ihr Fahrverhalten auf die Verhältnisse abgestimmt haben. Im Gegensatz dazu verleiten vollkommen freie Straßen zu überhöhter Geschwindigkeit, da sie falsche Sicherheit suggerieren.

 

Da Laichingen in den letzten Wochen aus der Not heraus bereits auf den Einsatz von Streusalz auf Nebenstraßen verzichtet hat - ohne dass es zu irgendwelchen Problemen gekommen wäre - fordern wir die Gemeinderäte auf, einen entsprechenden Beschluss herbeizuführen, damit in der nächsten Wintersaison aus dieser Not eine Tugend gemacht werden kann. Angesichts der prekären Haushaltslage der Stadt würde solch eine Entscheidung auch eine gewisse finanzielle Entlastung bedeuten.

 

Wir bitten die Stadt außerdem, Privatleute zum Verzicht auf Salz aufzufordern und den Umstieg auf umweltfreundliche Streumittel, die mit dem blauen Umweltengel gekennzeichnet sind, wie etwa Eiffel-Lava Granulat, das im örtlichen Baumarkt erhältlich ist.

 

Literatur

Feinstaubquelle Streusalz? – Pro und Contra im Einsatz gegen Schnee und Glatteis  www.helmholtz-muenchen.de/neu/Aktuelles/Presse/2005/streusalz.php

Umweltsünde Streusalz www.geo.de/GEO/natur/oekologie/62893.html



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