25 Jahre BUND-Ortsgruppe Laichingen

„Wüstenstrom ist eine riesige Energiequelle"

 

LAICHINGEN (su) - Zum Festvortrag anlässlich des 25-jährigen Bestehens der BUND-Ortsgruppe Laichingen sind zahlreiche Interessierte ins Alte Rathaus gekommen. Ortsgruppenvorsitzender Christian Killius konnte Michael Wittmann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt für einen Vortrag zum Thema „Strom aus der Wüste“ gewinnen.

Das Thema „Ökostrom“ liegt dem BUND im Allgemeinen und dem Laichinger Ortsgruppenvorsitzenden im Besonderen am Herzen. Umso erfreuter war Christian Killius über die Zusage von Michael Wittmann, der das Zukunftsprojekt „Desertec“ dem interessierten Publikum vorstellte. „Strom aus der Wüste?“ hatte Wittmann seinen Vortrag zunächst betitelt, um ihn dann in ein „Strom aus der Wüste – Na klar“ umzubenennen.

Ein ehrgeiziges Projekt soll dabei helfen, die Länder Europas, des Mittleren Ostens und Nordafrikas mit Energie zu versorgen, die in Thermischen Solaranlagen in der Wüste gewonnen werden soll. Vergleichbare Anlagen in kleinerem Maßstab laufen bereits in der Wüste von Nevada und in Spanien. Während die heimischen Energiequellen für nachhaltige Energie nicht regelmäßig Energie liefern, sei das bei der thermischen Solaranlage in der Wüste nicht der Fall. „Solarthermische Kraftwerke können dank ihrer thermischen Energiespeicher an Standorten in Nordafrika rund um die Uhr und über das ganze Jahr günstigen Strom nach Bedarf liefern, sei es zum Ausgleich von Bedarfsschwankungen oder zur Deckung der Grundlast“, erläuterte Wittmann. Er lieferte auch gigantische Zahlen: Eine Gigawattstunde pro Jahr (GWh/a) bedeutet eine Million Kilowattstunden pro Jahr. Ein solarthermisches Kraftwerk in der nordafrikanischen Wüste liefert jährlich 100 bis 250 GWh pro Quadratkilometer. „Man sieht deutlich, dass Wüstenstrom die kompakteste und nebenbei auch die größte verfügbare Energiequelle der Menschheit ist“, so der Referent. Die Kosten bezifferte Wittmann auf 350 Milliarden Euro für den Bau der thermischen Solaranlagen, weitere 50 Milliarden Euro werden für den Bau von leistungsstarken Stromleitungen benötigt. Der Strom soll mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen zu den Abnehmern transportiert werden. Doch wartet auf das junge Projekt „Desertec“, das im Juli dieses Jahres gegründet wurde, noch sehr viel Arbeit vor allem politischer Art. Gilt es doch die 50 Staaten Europas, des Mittleren Ostens und Nordafrikas unter einen Hut zu bringen.

 

Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise  von der Schwäbischen Zeitung zur Verfügung gestellt.

 

Erschienen am 19.11.2009



Ihre Spende hilft.

Suche